Handy für Senioren – Sinn oder Unsinn?
Die technischen Möglichkeiten schreiten voran. Was heute noch utopisch klingt, mag morgen bereits zum Standard gehören. Die Errungenschaften erlauben die schnelle Kontaktaufnahme zu anderen Menschen, das spontane Abrufen der Börsenkurse von unterwegs oder den Zeitvertreib mit Spielen, Musik oder Filmen. Immer mehr kleine Geräte im Taschenformat erzeugen immer mehr Leistung. Schon jetzt ist ein großer Teil der Gesellschaft damit vernetzt. Bei alledem stellt sich jedoch auch die Frage: Ist der moderne Computer oder das Handy für Senioren überhaupt geeignet?
Unterschiedliche Möglichkeiten
Doch Handy ist nicht gleich Handy. Immer häufiger unterscheiden sich die kleinen Alleskönner voneinander. Ist das eine darauf spezialisiert, Mediendateien in hoher Auflösung abzuspielen, so eignet sich das andere zum Versenden von Textmitteilungen. Das nächste ist in hohem Maße internetfähig und die beste Variante zum Telefonieren bietet wieder ein neues Exemplar. Aber darin liegen immer auch die Chancen, ein Smartphone so zu erstellen, dass es den Bedürfnissen des hohen Alters gerecht wird. Und diese können durchaus unterschiedlich sein. Grund genug, spezielle Telefone für die reiferen Menschen zu entwickeln und ihnen damit das Leben zu erleichtern.
Weniger ist mehr
Häufig unterscheidet sich das Handy für Senioren von anderen Geräten dadurch, dass es im Umfang deutlich reduziert ist. Oft sind hier untergeordnete Funktionen wie der MP3-Player oder die Kamera nicht vorhanden oder werden nur in ausreichender Qualität eingefügt. Wichtiger ist es dagegen, die Tasten so zu konzipieren, dass sie für die älteren Menschen schneller zu erreichen sind. Auch das Display wird in der Regel etwas größer angelegt, um die Schrift oder Bilder sichtbarer darzustellen. Ebenso kann dem Klingelton eine wichtige Eigenschaft zukommen. Damit er selbst bei schwachem Gehör erkennbar ist, wird er oft in Hochfrequenzbereichen integriert und ist damit auch für Senioren wahrnehmbar.
Für den Notfall geeignet
Allerdings sind Handys, so nützlich sie auch sein mögen, für die älteren Menschen meist nur in wenigen Momenten wirklich sinnvoll. Wenn eine Generation ohne diese technischen Spielereien aufgewachsen ist, dann wird sie nicht im hohen Alter darauf umsteigen wollen. Ein solches Smartphone kann daher auf unnötige Eigenschaften verzichten. Vielmehr wird der Rentner nur dann damit telefonieren, wenn er mit Freunden oder der Familie in Kontakt tritt, einen Termin beim Arzt ausmachen möchte oder in einen Notfall gerät. Hierfür ist es wichtig, dass die wenigen Grundfunktionen schnellstmöglich erreichbar sind: Der Rettungswagen muss im Zweifelsfalle mit wenigen Handgriffen gerufen werden können.
Auch als medizinische Unterstützung denkbar
Doch wozu das Handy für Senioren fähig ist, zeigen die mit den medizinischen Funktionen bestückten Geräte. Hier tritt der Rentner mit dem Arzt in Kontakt – ohne in seiner Praxis zu sitzen. Über kleine Zusatzprogramme werden die Herzwerte analysiert oder der Puls gemessen und binnen Sekunden an den zuständigen Fachmann übermittelt. Oft ist es dabei möglich, diese Werte auch ohne die lästige Entnahme des Blutes anzuzeigen. Sobald sich hierbei Abweichungen von der Norm eröffnen, kann der Mediziner sofort handeln und einen Rettungswagen zu dem Patienten schicken. Auch die schnelle Hilfe ist neben sonstigen technischen Spielereien somit denkbar.
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